to pee or not to pee

Über Toiletten könnte man viele Geschichten schreiben.

Gerade an diesem Ort entstehen aber auch Geschichten, Gedanken und Inspirationen. 
Auf die Idee, Toiletten zu fotografieren, kam ich bei einer Vernissage von Freunden in einer Nürnberger Kneipe. Es herrschte ein urige Wohlfühlumgebung mit der Stimmung einer Zusammengehörigkeit. Dort auf dem Klo wurde mir tatsächlich zum ersten Mal bewusst, dass eine Toilette auch stimmig zu dem Gastraum gestaltet sein kann. Hier fand ich das gleiche Ambiente wieder wie in der Kneipe. Dieser positive Eindruck inspirierte mich zu dieser Sammlung.

Im antiken Rom wurde die „latrina“, also die öffentliche Toilette, gerne genutzt, um neben seinem eigenen Geschäft auch noch andere zu tätigen, oder sich einfach zu unterhalten. Ein Ort des Austausches – im wahrsten Sinne. 😉

Heute gehen wir in ein Lokal, eine Gaststätte oder Club zum Essen, Trinken und Feiern. Wir genießen leckeres Essen, gute Getränke, das Zusammentreffen mit Freunden und die gesamte Atmosphäre des Ortes. Zuvorkommende Bedienungen, freundliche Wirte, coole Barkeeper.
Wir fühlen uns rundum wohl.

Es bleibt aber nicht aus, dass sich ein Gefühl des Unbehagens einstellt und wir dann den Wegweiser für eine Toilette suchen.
Auch diese haben in unserer Umgebung verschiedenste Ausprägungen. Die einen schmucklos und nüchtern, andere von lustig bis individuell.

Klicke die Bilder an zum vergrössern.

So stehen wir vor dem Ort der Erleichterung.

Mit dem Öffnen der Toilettentüre  stellt sich oftmals schlagartig Ernüchterung ein.  Dort empfängt uns allzu häufig Kälte.
Sowohl physisch als auch atmosphärisch. Schmucklose Umgebung mit weiß gekachelten Wänden.

Was im Gastraum noch für Wohlbehagen sorgte, wie gedimmtes Licht, leise Musik, warme Umgebung, wird hier ins Gegenteil verkehrt.

Vom „Wohlfühlen“ wie im Gastraum ist hier keine Spur mehr vorhanden. Eine Kommunikation wie sie am Tisch stattfindet gar nicht möglich. Die keramikbeschichteten Wände schmeißen dir die eigenen Worte dermaßen verstärkt wieder, dass an eine Unterhaltung überhaupt nicht zu denken ist. Daher wohl auch der Ausdruck „stilles Örtchen“ 😉 Die Kälte verweigert dir eine entspannte Haltung, sodass dein Körper dir eine einfache Erleichterung erschwert. Auch der Anblick von Schlauch und Abfluss in der Mitte des Raumes erinnert eher an ein Schlachthaus als an einen täglich zu besuchenden Ort.

Aber es gibt auch Unterschiede in der Einrichtung und Ausgestaltung des Örtchens. Oftmals sind nur ein klein wenig Phantasie und ein paar Utensilien nötig, ein paar Blumen hier, duftende Seife da, eventuell ein paar Bilder an der Wand. Dies würde bereits ausreichen, um diesen Ort besuchenswert zu gestalten.
Nicht zu vergessen, die Heizung! 

Manches mal übernimmt auch der Gast selbst die kreative Ausarbeitung.


Auf meiner Entdeckungstour habe ich einige Beispiele gefunden, wie dieser Ort zu einem Erlebnis werden kann. Aber auch solche, die von Einfalls- und Phantasielosigkeit zeugen.

Der Kontrast könnte bei manchen Lokalen nicht größer sein.

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